
Warum Prävention nur gemeinsam gelingt: Eine persönliche Perspektive
Seit über 20 Jahren arbeite ich als Fachzahnärztin für Kieferorthopädie. Neben den funktionellen Aspekten liegt der Fokus in der täglichen Praxis konsequent auf der Prävention mit interdisziplinärer Kleinkind-Sprechstunde und frühzeitiger Elternaufklärung zur Relevanz der Myofunktion, um ein physiologisches Kiefer- und Gelenkwachstum mit genug Platz für die Zähne und guten Biss zu ermöglichen.
Doch jenseits von Zahn-/Kieferfehlstellungen begegnet mir im Praxisalltag eine Entwicklung, die mich bewegt und in der Gesellschaft wenig sichtbar ist. Viele Kinder und Jugendliche geraten aus dem psychischen Gleichgewicht. Diese Erfahrungen sind der Grund, weshalb ich mich aktiv in Präventionsarbeit einbringe – über die Kieferorthopädie hinaus.
Primärprävention – interdisziplinär & pragmatisch
Durch meine langjährige Tätigkeit in der Vertretung des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) Hamburg beim Vorbild Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Jugendzahnpflege in Hamburg e.V. (LAJH e.V.) konnte ich sehen, wie Prävention flächendeckend mit beeindruckenden Erfolgen funktioniert: Bundesweit wird in LAGs die Zahngesundheit der Kinder und Jugendlichen durch regelmäßige präventive Maßnahmen nachhaltig gestärkt. Dank Kindergarten-, Schul- und Fluoridprogramm sowie den PatenzahnärztInnen sind wir in Deutschland in der Bekämpfung von Karies hervorragend aufgestellt. > Zahnärztliche Prävention wirkt! Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie DMS-6
Meine Erkenntnis: Wir könnten als Gesellschaft rechtzeitig präventiv handeln, wenn wir interdisziplinär Kräfte bündeln, pragmatisch handeln und die Wirksamkeit der Maßnahmen evaluieren. So entstehen nicht nur gute Konzepte. Dort wachsen flächendeckende, nachhaltige und messbare Erfolge.
Warum ich mich für die Gründung der LPKJ engagiere
Mit der LPKJ – Landesarbeitsgemeinschaft Prävention im Kindes- und Jugendalter – wird genau eine solche Plattform gegründet! Eine Struktur, die verbindet, koordiniert und umsetzt. Der Fokus liegt dabei klar auf einer pragmatischen, primär-/sekundär-präventiven Ausrichtung, die alle erreichen kann und im Praxis- wie im Familienalltag ankommt. Prävention muss alltagstauglich, verständlich und niedrigschwellig sein.
Bewährtes weiterdenken – für ganz Hamburg!
Bewährte Konzepte können durch die Vernetzung auf ganz Hamburg ausgeweitet werden.
z.B. der Elternpakt ERST SMART. DANN PHONE für eine smartphonefreie Grundschulzeit für gesunde und medienkompetente Kinder und für die weiterführenden Schulen die Wahlmöglichkeit für eine smartphonefreie Klassengemeinschaft – in Schule & Freizeit.
Bewährtes weiterdenken bedeutet für mich auch: International erfolgreiche Modelle wie die primäre Verhältnisprävention nach der isländischen Planet Youth-Methodik sollten auf Hamburg übertragen werden. Das können wir umsetzen, indem wir die Kinder- und Jugendlichen selbst befragen und in der Umsetzung Eltern & Fachkräfte sowie Schule & Freizeit einbeziehen. Die flächendeckende und bedarfsorientierte Gestaltung gesunder Lebensbedingungen gehört in das tägliche Handeln unserer Gesellschaft. Selbstverständlich mit wissenschaftlicher Begleitung. Als Vorstandsmitglied von „Chancenreich aufwachsen“ bin ich überzeugt, dass Planet-Youth-Methodik in Hamburg zu einem echten Erfolgsmodell für Hamburgs Zukunft wird. Weitere Informationen hierzu finden sich unter: chancenreich-aufwachsen.de.
LPKJ e.V. | Gemeinsam für Kinder und Jugendliche – für Hamburgs Zukunft
Prävention gelingt nicht allein. Sie ist zielführend dort, wo Verantwortung geteilt wird, wo Expertise zusammenkommt und wo wir alle den Mut haben, frühzeitig zu handeln.
Für mich ist klar: Das Engagement in der LPKJ ist ein konsequenter Schritt, um genau das zu ermöglichen.
Dr. Stephanie Wodianka
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie
Initiatorin der LPKJ e.V. (i. G.)
Über die Autorin

Dr. Stephanie Wodianka
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie
Praxis-Inhaberin Kieferorthopädie Elbvororte, Hamburg
Initiatorin der LPKJ e.V. (i. G.)

